Ein Speedtest zeigt nur, welche Datenrate dein Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine bestimmte Verbindung erreicht. Er beantwortet deshalb nicht automatisch die Frage, ob dein Festnetzanschluss zu langsam ist. Für eine belastbare Einordnung musst du Anschluss, Router, LAN, WLAN und Endgerät auseinanderhalten.
Die wichtigste Regel lautet: Für einen ersten Check misst du direkt per LAN am Router. Für einen möglichen Nachweis einer Festnetz-Minderleistung nutzt du die Desktop-App der Bundesnetzagentur und hältst deren Messumgebung und Messplan ein. Ein einzelner Test im WLAN kann ein praktisches WLAN-Problem zeigen, ersetzt aber keinen Nachweis der Anschlussleistung.
Kurzantwort: So misst du deine Internetgeschwindigkeit richtig
- Suche im Produktinformationsblatt oder in der Vertragszusammenfassung die minimale, normalerweise verfügbare und maximale Datenrate für Download und Upload.
- Verbinde einen geeigneten Computer direkt per Netzwerkkabel mit dem Router.
- Deaktiviere WLAN am Testgerät und pausiere VPN, Downloads, Cloud-Synchronisierung, Updates und andere parallele Nutzung.
- Führe mehrere Einzelmessungen zu unterschiedlichen Zeiten durch und notiere die Bedingungen.
- Wenn du eine vertragliche Abweichung prüfen möchtest, starte das vorgesehene Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur. Für das Festnetz sind grundsätzlich 30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen vorgesehen.
Welche Werte zeigt ein Speedtest?
Ein guter Test liefert mehr als nur eine große Zahl. Die Werte beschreiben unterschiedliche Eigenschaften deiner Verbindung:
| Wert | Was er misst | Wofür er im Alltag wichtig ist |
|---|---|---|
| Download | Daten, die aus dem Internet zu dir übertragen werden | Webseiten, Streaming, Downloads und Spiele-Updates |
| Upload | Daten, die von dir ins Internet übertragen werden | Videokonferenzen, Cloud-Backups, Livestreams und das Versenden großer Dateien |
| Ping oder Laufzeit | Zeit für den Weg eines Datenpakets zur Gegenstelle und zurück | Reaktionszeit bei Spielen, Gesprächen und interaktiven Anwendungen |
| Jitter | Schwankung der Laufzeit zwischen einzelnen Paketen | Gleichmäßigkeit von Sprache, Video und Spielen |
| Paketverlust | Anteil der Datenpakete, die nicht korrekt ankommen | Verbindungsabbrüche, Nachladen, schlechte Sprachqualität und Ruckler |
Download und Upload werden meistens in Mbit/s angegeben. Ein Byte besteht aus acht Bit. 100 Mbit/s entsprechen daher theoretisch etwa 12,5 MB/s bei einem Dateidownload, 250 Mbit/s etwa 31,25 MB/s und 1.000 Mbit/s etwa 125 MB/s. Protokoll- und Übertragungsverluste, der Server und die lokale Hardware sorgen dafür, dass ein Downloadprogramm meist etwas weniger anzeigt. Vergleiche deshalb nicht unkritisch die Mbit/s des Tarifs mit der MB/s-Anzeige einer einzelnen Datei.
Ein hoher Downloadwert sagt außerdem wenig über die Reaktionszeit aus. Für einen Videocall oder Online-Gaming kann eine stabile Verbindung mit etwas weniger Bandbreite besser funktionieren als eine hohe Datenrate mit starkem Jitter oder Paketverlust.
Welche Vertragswerte sind der richtige Vergleich?
Die beworbene Höchstgeschwindigkeit ist nicht der einzige Wert deines Festnetzprodukts. Im Produktinformationsblatt stehen für Download und Upload in der Regel drei Datenraten:
| Vertragswert | Bedeutung für deinen Vergleich |
|---|---|
| Maximale Datenrate | Oberer Leistungswert des Produkts; eine Messung muss nicht bei jedem Zugriff exakt diesen Wert erreichen. |
| Normalerweise verfügbare Datenrate | Der Wert, den du bei Nutzung des Produkts meistens erwarten kannst. Für den Alltag ist er oft aussagekräftiger als die Maximalrate. |
| Minimale Datenrate | Unterer vertraglicher Vergleichswert, der für die Einordnung einer deutlichen Unterschreitung relevant ist. |
Die Bundesnetzagentur erklärt die Angaben im Produktinformationsblatt. Die Vertragszusammenfassung enthält ebenfalls wichtige Leistungs- und Kostenangaben. Übernimm die Werte aus deinen eigenen Unterlagen und nicht aus einem ähnlichen Tarif desselben Anbieters.
Synchronisation ist nicht dasselbe wie Geschwindigkeit
Bei DSL zeigt der Router häufig eine Synchronisationsrate an. Sie beschreibt, mit welcher Rate sich Router und Anschlussleitung verbinden. Ein Speedtest misst dagegen den tatsächlichen Datenfluss von deinem Endgerät über den Router bis zu einem Server im Internet. Zwischen beiden Werten liegen unter anderem Protokoll-Overhead, Einwahl, Routerverarbeitung und die Gegenstelle.
Eine niedrige DSL-Synchronisation ist ein wichtiger Hinweis auf die Leitung oder Hausverkabelung. Eine normale Synchronisation mit schlechtem Speedtest kann dagegen auf Router, Endgerät, LAN, WLAN, parallele Nutzung, einen überlasteten Testserver oder eine andere Strecke hinter dem Anschluss hindeuten. Lies daher beide Werte getrennt aus.
Schnelltest, Einzelmessung oder formaler Nachweis?
Nicht jede Messung hat denselben Zweck:
| Messart | Sinnvoll für | Aussagekraft und Grenze |
|---|---|---|
| Browser-Speedtest | Schnelle Fehlersuche und einen ersten Eindruck | Abhängig von Browser, Gerät, Testserver und Verbindung; ein einzelner Wert beweist keine dauerhafte Abweichung. |
| Einzelmessung der Breitbandmessung | Vergleichbare Messung mit dokumentierten technischen Angaben | Hilft bei der Diagnose und kann Router-/Endgerätedaten erfassen; für einen formalen Festnetz-Nachweis ist die komplette Kampagne erforderlich. |
| Nachweisverfahren der Desktop-App | Prüfung einer möglichen Minderleistung gegenüber den Vertragswerten | Vorgeschriebene technische Umgebung, 30 Messungen an drei Tagen und ein Messprotokoll einhalten. |
| WLAN-Test am Nutzungsort | Prüfung, ob die Leistung dort ankommt, wo du sie brauchst | Bewertet vor allem dein Heimnetz, nicht isoliert die Anschlussleistung. |
Die Breitbandmessung Desktop-App kann sowohl Einzelmessungen als auch das Nachweisverfahren ausführen. Die Anwendung führt dich durch die vorgegebenen Schritte. Verwende für einen möglichen Nachweis nicht nur Screenshots aus verschiedenen Browser-Speedtests.
Messung vorbereiten: Die richtige Umgebung herstellen
Die Messumgebung entscheidet mit darüber, ob dein Ergebnis den Anschluss oder nur ein lokales Problem abbildet. Bereite den ersten Test so vor:
1. Vertragswerte und Anschlussdaten bereitlegen
Halte Produktinformationsblatt und Vertragszusammenfassung bereit. Notiere außerdem:
- Anschlussart wie DSL, VDSL, Kabel oder Glasfaser,
- gebuchte Download- und Uploadrate,
- Routermodell und Firmwarestand,
- die im Router angezeigte Synchronisation, sofern vorhanden,
- und den Tarifbeginn oder eine mögliche Drosselung.
Wenn dein Tarif ein begrenztes Datenvolumen hat und dieses bereits aufgebraucht ist, misst du möglicherweise die vertraglich vorgesehene reduzierte Rate. Prüfe den Status vor der Messung.
2. Geeignetes Testgerät auswählen
Verwende einen Computer oder Laptop mit einer Netzwerkkarte, die die Tarifrate nicht begrenzt. Ein älterer 100-Mbit/s-Anschluss im Computer kann einen Gigabit-Tarif nicht vollständig abbilden. Auch USB-Netzwerkadapter, Dockingstationen und Energiesparmodi können die Messung bremsen.
Schließe einen Laptop während des Nachweisverfahrens an das Stromnetz an. Deaktiviere Energiesparmodi, die den Prozessor oder die Netzwerkschnittstelle drosseln könnten. Ein zweites Gerät ist für die Fehlersuche hilfreich, sollte aber nicht während derselben offiziellen Messung parallel Daten übertragen.
3. Direkt per LAN verbinden
Verbinde den Computer mit einem geeigneten Netzwerkkabel direkt mit dem Router. Zwischen Testgerät und Router dürfen für den formalen Nachweis kein WLAN, Powerline, Repeater, Mesh-Knoten, zusätzlicher Router oder Switch liegen. Der Router muss direkt mit dem Netzabschlusspunkt verbunden sein.
Die Handreichung der Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass direkte LAN-Verbindungen für das Nachweisverfahren erforderlich sind. Das schließt nicht aus, dass du später zusätzlich die Leistung deines WLANs am Arbeitsplatz misst. Es beantwortet dann nur eine andere Frage.
4. Andere Datenübertragung unterbinden
Pausiere auf dem Testgerät und im Haushalt:
- Videostreams und Musik-Streaming,
- Cloud-Backups und Dateisynchronisierung,
- App-, Spiel- und Systemupdates,
- große Downloads und Uploads,
- Videokonferenzen,
- Smart-TV- oder Konsolen-Downloads,
- automatische Sicherungen und Kamerauploads.
Beende VPN, Tor, Firmenzugänge und andere Dienste, die den Datenverkehr über ein weiteres Netz führen. Die Desktop-App kann nicht jede parallele Anwendung erkennen. Schalte deshalb für die Messung möglichst das WLAN des Routers aus und trenne weitere LAN-Geräte. Plane das in einem Mehrpersonenhaushalt vorher ein, damit niemand mitten in einem Meeting die Verbindung verliert.
5. Routerzustand dokumentieren
Notiere oder fotografiere vor dem ersten Test die Anzeigen des Routers und die Synchronisationswerte. Starte den Router nicht unmittelbar vor jeder Einzelmessung neu. Ein Neustart kann kurzfristig einen anderen Leitungszustand herstellen und den zeitlichen Verlauf des Problems verwischen.
Aktualisiere die Router-Firmware, sofern das ohne Risiko möglich ist. Setze den Router bei einem unklaren Problem nicht vorschnell auf Werkseinstellungen zurück. Dabei können Zugangsdaten, Telefonieeinstellungen und Ereignisprotokolle verloren gehen.
Einzelmessung als sauberer Alltagstest
Für die normale Fehlersuche genügt zunächst ein kontrollierter, wiederholter Test:
- Computer direkt per LAN anschließen und WLAN am Computer deaktivieren.
- Andere Datenübertragung im Haushalt pausieren.
- VPN, Cloud-Programme, Updates und Energiesparmodus beenden.
- Download, Upload und – soweit das verwendete Tool ihn ausgibt – Ping, Jitter und Paketverlust messen.
- Uhrzeit, Gerät, Verbindung, Routerstatus und Ergebnis notieren.
- Den Test zu einer zweiten Tageszeit und an weiteren Tagen wiederholen.
Morgens und abends zu messen kann ein wiederkehrendes Zeitmuster sichtbar machen. Wenn du einen Unterschied feststellst, ändere nicht gleichzeitig Gerät, Kabel, Server und Router. Sonst weißt du nicht, welcher Faktor die Abweichung verursacht hat.
Ein Browser-Test über WLAN kann danach sinnvoll sein, wenn du wissen möchtest, warum Streaming oder Videokonferenzen am Schreibtisch schlecht funktionieren. Miss dafür zuerst neben dem Router und anschließend am üblichen Nutzungsort. Eine große Differenz spricht eher für Funk, Wände, Kanalbelegung oder die Position des Zugangspunkts. Der Ratgeber WLAN-Reichweite verbessern führt durch Aufstellung, Funkbänder, Repeater und Access Points.
Formales Nachweisverfahren im Festnetz
Wenn deine LAN-Messungen wiederholt deutlich unter den Vertragswerten liegen, kannst du das vorgesehene Verfahren der Bundesnetzagentur starten. Die offizielle Übersicht zur Internetgeschwindigkeit beschreibt die aktuellen Bedingungen. Für einen Festnetzanschluss gilt grundsätzlich:
- 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen: Die Frist beginnt mit der ersten erfolgreich abgeschlossenen Messung der Kampagne.
- Drei unterschiedliche Kalendertage: Zwischen den Messtagen muss jeweils mindestens ein Kalendertag liegen.
- Zehn Messungen pro Messtag: Die Messungen müssen gleichmäßig auf die drei Tage verteilt werden.
- Mindestens fünf Minuten Abstand: Zwischen den einzelnen Messungen eines Tages liegen grundsätzlich mindestens fünf Minuten.
- Längere Unterbrechung: Zwischen der fünften und sechsten Messung eines Tages sind mindestens drei Stunden Abstand vorgesehen.
- Jede Messung manuell starten: Die Kontrolle der Messumgebung ist Teil des Verfahrens. Die Anwendung führt dich durch die Bestätigungen.
Ein möglicher Ablauf für einen Messtag sieht daher so aus: Du führst fünf Messungen mit den vorgegebenen kurzen Abständen durch, wartest mindestens drei Stunden und absolvierst anschließend fünf weitere Messungen. Halte die technische Umgebung an diesem Tag unverändert. Wenn an einem Tag weniger als zehn gültige Messungen zustande kommen, kann dieser Tag für die Kampagne unbrauchbar sein.
Welche technische Umgebung verlangt das Verfahren?
Für den formalen Nachweis solltest du die Vorgaben vollständig einhalten:
- Computer direkt per LAN am Router,
- Router direkt am Netzabschlusspunkt,
- kein WLAN oder Powerline auf dem Weg zum Testgerät,
- keine zusätzlichen Router, Repeater, Mesh-Knoten oder Switches in der Messstrecke,
- WLAN am Router und weitere LAN-Verbindungen nach Möglichkeit ausschalten,
- VPN und weitere Tunnelverbindungen beenden,
- parallelen Datenverkehr und parallele Anwendungen pausieren,
- Laptop am Stromnetz und Energiesparfunktionen deaktiviert,
- aktuelle Router-Firmware,
- ausreichendes Datenvolumen, falls der Vertrag eine Begrenzung enthält.
Die technischen Details stehen in der Handreichung der Bundesnetzagentur zum Überwachungsmechanismus. Sie ist bei der Durchführung wichtiger als eine selbst erstellte Checkliste, falls sich die Anwendung oder Vorgaben ändern.
Wann spricht das Verfahren von einer erheblichen Abweichung?
Die Bundesnetzagentur vergleicht Download und Upload jeweils mit den drei vertraglich vereinbarten Datenraten. Bei einem Festnetzanschluss liegt nach der aktuell veröffentlichten Regelung eine erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung vor, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
| Vergleich | Was geprüft wird |
|---|---|
| Maximale Datenrate | An mindestens zwei von drei Messtagen wird in keiner Tagesmessung mindestens 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht. |
| Normalerweise verfügbare Datenrate | In mindestens 90 Prozent der insgesamt 30 Messungen wird die normalerweise verfügbare Geschwindigkeit nicht erreicht. |
| Minimale Datenrate | An mindestens zwei von drei Messtagen wird die vertraglich vereinbarte minimale Geschwindigkeit mindestens einmal unterschritten. |
Es reicht, wenn eine dieser Abweichungen beim Download oder Upload festgestellt wird. Das ist kein Ergebnis, das du aus einer beliebigen 90-Prozent-Rechnung mit einem einzelnen Test ableiten solltest. Die Bundesnetzagentur stellt das vollständige Festnetz-Nachweisverfahren und die Vergleichsregeln bereit.
Am Ende erstellt die Desktop-App ein Messprotokoll, in dem die Ergebnisse den Vertragswerten gegenübergestellt werden. Die technischen Details können unter anderem Datum, Uhrzeit, Routerinformationen, Netzwerkkarte und den genutzten Kommunikationsweg enthalten. Bewahre das Protokoll zusammen mit Vertragszusammenfassung, Produktinformationsblatt und deiner Kommunikation mit dem Anbieter auf.
Messergebnisse richtig einordnen
Download und Upload sind beide niedrig
Wenn beide Werte per direktem LAN und unter kontrollierten Bedingungen dauerhaft niedrig ausfallen, kommen Anschluss, Router, Netzabschluss oder eine Störung hinter dem Anschluss infrage. Prüfe die Router-Synchronisation und führe die Messkampagne durch, wenn du eine vertragliche Abweichung dokumentieren möchtest. Bei einem vollständigen Ausfall ist dagegen ein anderer Ablauf zur Störungsmeldung sinnvoll.
Nur der Download ist niedrig
Prüfe zunächst Testserver, Tageszeit, parallele Downloads und die Netzwerkkarte. Wenn die Abweichung per LAN wiederkehrt, vergleiche sie mit der maximalen, normalerweise verfügbaren und minimalen Downloadrate im Produktinformationsblatt. Eine einzelne langsam geladene Website kann auch am Server oder an der Route liegen.
Nur der Upload ist niedrig
Ein niedriger Upload fällt bei Cloud-Backups, Videokonferenzen und dem Hochladen großer Dateien auf. Prüfe, ob im Haushalt gerade ein Upload läuft. Wenn der Wert trotz direktem LAN und pausiertem Datenverkehr wiederholt niedrig ist, dokumentiere ihn separat. Ein voller Upload kann gleichzeitig die Laufzeit anderer Anwendungen verschlechtern.
LAN ist gut, WLAN ist langsam
Dann kommt die gebuchte Anschlussleistung wahrscheinlich bis zum Router. Der Engpass liegt eher bei Entfernung, Wänden, Funkband, Kanalbelegung, Repeater, Mesh oder dem Endgerät. Teste neben dem Router und am tatsächlichen Arbeitsplatz mit demselben Gerät. Für eine Lösung helfen WLAN-Reichweite erhöhen und bei mehreren Zugangspunkten der Mesh-WLAN-Leitfaden.
Ping verschlechtert sich nur bei Auslastung
Wenn ein großer Upload oder Download den Ping stark erhöht, kann die Warteschlange im Router oder Anschluss die Ursache sein. Das wird häufig als Bufferbloat bezeichnet. Für Videotelefonie und Online-Gaming ist dieser Effekt oft störender als eine leicht niedrigere Leerlaufgeschwindigkeit. Miss einmal ohne und einmal mit kontrollierter Auslastung. Der Ratgeber Ping beim Gaming verbessern erklärt den Ablauf und die Grenzen von Router- und Anschlussoptimierungen.
Nur ein Gerät ist betroffen
Teste ein zweites Gerät am selben LAN-Kabel. Wenn nur der erste Computer langsam ist, prüfe Netzwerkkarte, Treiber, Dockingstation, Kabel, Browser und Sicherheitssoftware. Ein langsamer USB-Adapter oder eine 100-Mbit/s-Verbindung kann einen schnellen Tarif lokal begrenzen.
Was du während der Messung notieren solltest
Eine Messreihe wird aussagekräftiger, wenn du die Bedingungen nicht nur im Tool, sondern auch in einem eigenen Protokoll festhältst:
| Zeitpunkt | Verbindung und Gerät | Download | Upload | Ping/Jitter/Paketverlust | Routerstatus und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Datum, Uhrzeit | direktes LAN, Computer | Ergebnis | Ergebnis | Ergebnis | Synchronisation, Abbruch, keine Störung |
Notiere zusätzlich:
- ob der Router vorher neu gestartet wurde,
- ob WLAN und weitere Geräte ausgeschaltet waren,
- ob VPN, Cloud, Updates und Streaming beendet waren,
- welchen Testserver oder welches Messverfahren du genutzt hast,
- und ob die Verbindung zu diesem Zeitpunkt vollständig nutzbar war.
Wenn du einen formalen Nachweis führst, verändere die Umgebung nicht, nur um bessere Werte zu erhalten. Das Ziel ist eine wiederholbare Prüfung der Anschlussleistung. Für die reine Ursachenanalyse kannst du danach bewusst andere Bedingungen testen, etwa WLAN am Arbeitsplatz oder einen parallelen Upload.
Anbieter mit verwertbaren Daten kontaktieren
Schreibe nicht nur „Internet ist langsam“. Übergib dem Anbieter:
- Anschlussadresse und Kundennummer,
- Tarifbezeichnung sowie minimale, normalerweise verfügbare und maximale Datenraten,
- Zeitraum und Häufigkeit der Abweichung,
- Ergebnis des direkten LAN-Tests,
- Routermodell und Synchronisationswerte,
- eine kurze Beschreibung der ausgeschlossenen Einflussfaktoren,
- und bei einer formalen Messkampagne das Messprotokoll.
Beispiel für eine sachliche Meldung:
Bei meinem Festnetzanschluss tritt seit [Datum] wiederholt eine niedrige Download-/Uploadrate auf. Die Messungen erfolgten mit [Gerät] direkt per LAN am Router. WLAN, VPN, Cloud-Synchronisierung, Updates und weitere Datenübertragung waren beendet. Im Produktinformationsblatt sind [Werte] angegeben; die Messwerte liegen wiederholt darunter. Die Router-Synchronisation beträgt [Wert]. Anbei übersende ich die Ergebnisse beziehungsweise das Messprotokoll der Breitbandmessung und bitte um Prüfung des Anschlusses.
Bei einer festgestellten Minderleistung musst du Minderung oder eine außerordentliche Kündigung direkt gegenüber dem Anbieter geltend machen. Die Bundesnetzagentur stellt das Nachweisverfahren bereit, setzt aber nicht automatisch deinen individuellen Zahlungsanspruch durch. Kläre die nächsten Schritte und die Höhe einer möglichen Minderung mit dem Anbieter; bei einem Streit kann eine Verbraucherzentrale oder die Schlichtungsstelle Telekommunikation weiterhelfen. Beende die Zahlung nicht eigenmächtig, solange die konkrete Rechtslage und der Betrag nicht geklärt sind.
Wenn der Speedtest normal aussieht, das Internet aber trotzdem schlecht funktioniert
Eine hohe Datenrate schließt andere Probleme nicht aus. Prüfe je nach Fehlerbild:
- Verbindungsabbrüche: Routerereignisse, DSL-Synchronisation, Kabel und Störungszeitpunkte.
- Videokonferenzen: Upload, Jitter, Paketverlust und die Verbindung des Arbeitsplatzes.
- Online-Gaming: Ping zum Spielserver, Paketverlust und Laufzeit unter Haushaltslast.
- Streaming: WLAN-Stabilität, Signalstärke, App-Server und parallele Downloads.
- Nur einzelne Websites: DNS, Browser, Website-Server oder eine bestimmte Route.
- Langsame Datei: Servergeschwindigkeit, Auslastung und Dateiquelle neben dem Anschluss prüfen.
Für einen langsamen Anschluss im Alltag hilft der Ratgeber Internet zu langsam: Ursachen und Lösungen. Er trennt ebenfalls Anschluss, Router, WLAN und Endgerät. Ein Speedtest ist ein Werkzeug zur Eingrenzung, kein vollständiges Abbild jeder Anwendung.
Häufige Fragen zur Internetgeschwindigkeit
Häufige Fragen
Reicht ein einzelner Speedtest als Nachweis? ▾
Nein. Ein einzelner Browser-Speedtest ist eine Momentaufnahme und hängt unter anderem von Gerät, Testserver und Verbindung ab. Für den vorgesehenen Nachweis einer Festnetz-Minderleistung nutzt du die Desktop-App der Bundesnetzagentur mit der vollständigen Messkampagne.
Muss ich für eine offizielle Messung per LAN testen? ▾
Ja. Das Festnetz-Nachweisverfahren verlangt eine direkte kabelgebundene Verbindung vom Computer zum Router. WLAN, Powerline, zusätzliche Router, Mesh-Knoten und Switches können das Ergebnis beeinflussen und gehören nicht in die vorgesehene Messstrecke.
Wie viele Messungen brauche ich im Festnetz? ▾
Grundsätzlich 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen, verteilt auf drei unterschiedliche Kalendertage mit zehn Messungen pro Tag. Zwischen den Messtagen liegt mindestens ein Kalendertag; zwischen der fünften und sechsten Messung eines Tages sind mindestens drei Stunden Abstand vorgesehen.
Warum ist mein WLAN langsamer als der LAN-Test? ▾
WLAN muss zusätzlich Entfernung, Wände, Funkband, Nachbar-Netze, Routerstandort und Endgerät überwinden. Ein guter LAN-Test zeigt dann, dass die Anschlussleistung am Router ankommt. Miss das WLAN separat am tatsächlichen Nutzungsort und optimiere danach Heimnetz oder Zugangspunkte.
Was bedeutet die normalerweise verfügbare Geschwindigkeit? ▾
Sie ist der vertragliche Wert, den Kunden bei der Nutzung des Produkts meistens erwarten können. Vergleiche deine Messwerte mit diesem Wert und zusätzlich mit der minimalen und maximalen Datenrate aus dem Produktinformationsblatt.
Kann ich wegen eines zu langsamen Anschlusses kündigen? ▾
Bei einer nachgewiesenen erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung kann ein Minderungs- oder außerordentliches Kündigungsrecht bestehen. Dafür brauchst du den vorgesehenen Nachweis und musst das Recht direkt gegenüber deinem Anbieter geltend machen. Eine Kündigung erfolgt nicht automatisch durch den Speedtest.
Fazit
Miss zuerst direkt per LAN am Router und kontrolliere dabei Endgerät, Kabel, Router und parallelen Datenverkehr. Vergleiche Download und Upload mit den drei Vertragswerten statt nur mit der beworbenen Maximalrate. Wenn nur WLAN langsam ist, bearbeitest du ein Heimnetzproblem; wenn LAN unter kontrollierten Bedingungen wiederholt zu langsam ist, dokumentierst du den Anschluss.
Für eine mögliche Festnetz-Minderleistung zählt das Verfahren der Bundesnetzagentur: 30 Messungen an drei Tagen innerhalb von 14 Tagen, mit den vorgeschriebenen Abständen und einer direkten LAN-Umgebung. Das daraus entstehende Messprotokoll kannst du dem Anbieter vorlegen und die nächsten Schritte auf einer nachvollziehbaren Grundlage klären.
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Quellen und Prüfgrundlage
Nachvollziehbare Angaben
Tarifdetails, Fristen und Netzdaten können sich ändern. Für diesen Beitrag wurden unter anderem folgende Primärquellen herangezogen:
- ↗ Bundesnetzagentur: Internetgeschwindigkeit und Nachweisverfahren
- ↗ Bundesnetzagentur: Breitbandgeschwindigkeiten und Allgemeinverfügung
- ↗ Breitbandmessung: Desktop-App
- ↗ Bundesnetzagentur: Handreichung zum Nachweisverfahren im Festnetz
- ↗ Bundesnetzagentur: Transparenzmaßnahmen und Produktinformationsblätter
- ↗ Bundesnetzagentur: Vertrag und Vertragszusammenfassung